eine Reise durch Australien

 

Motorradreise

vom 11.10.2010 bis 16.12.2010

Reisebericht aus Sicht eines
Teilnehmers

TOUR-BEGINN und verlauf PERTH-DARWIN

Teilnehmer


Michael Ballweg

Tannenstr. 25, 82178 Puchheim/Bayern
Kommentar: er quasselt zu viel

Stephan Berger

Lärchenweg 14, 72116 Mössingen/BW
Kommentar: Felgentöter

Wolfgang Bongartz

Niedieckstr. 119, 41334 Nettetal/NRW
Kommentar: kumpelhafter Hennerhinterherfahrer

Georg Brunner

Willing 18, 4755 Zell an der Pram/Österreich
Kommentar: sturer Vorausfahrer und Abourigine-Frauenversteher

Arno Dahms

Eberholz 24, 90602 Pyrbaum/Bayern
Kommentar: Parapsychologe und der edelste Mensch schlechthin

Sibylle Bantel

Schwenkgasse 14, 73240 Wendlingen
Kommentar: Sturzfliegerin und Samariterin

Axel Hanselmann

Dresdner Str. 28, 71111  Waldenbuch / Schwaben
Kommentar: Chaotischer Materialvernichter

Henner Storch

Pelkovenstraße 73, 80992 München/Bayern
Kommentar: Techniker, Racer, Formel 1 - Anwärter


Sonntag 24.10.

Der Tag beginnt sonnig und es wird schnell warm. Gogo hat in der Nacht die Mitfahrer Michael und Stephan vom Flughafen abgeholt. Um 09:30 Uhr fahren wir nach Perth und nehmen den Vorletzten im Bunde, Wolfgang aus dem hohen Norden, vom Hotel in der Innenstadt mit.

Der Ausflug in den Kingspark (Aborigine-Kunstgalerie inbegriffen) macht bei dem Wetter Spaß. Es wird heiß. Der Wind am zweiten Ziel (Hafen Fremantle), kühlt jedoch angenehm.

Nach einem Bier direkt am Meeresufer in einer Brauerei gehen wir zum Muscheln essen (Chili-Mussels) direkt an der Mole. Es schmeckt hervorragend. Ein Bummel im Hafenviertel und in den Markthallen, dann Rückfahrt 15:30 Uhr zum Campground. An der nächsten Ampel bei rot fährt uns ein Aussie mit seinem nagelneuen 7er BMW hinten auf. Die Anhängerkupplung ist härter als seine Stoßstange. Bei ihm erkennbarer Schaden. Der Typ bleibt sitzen und nimmt von uns kaum Notiz. Als Gogo ihn fragt, was Sache ist, lässt er gnädigerweise die Seitenscheibe ein wenig herunter. Gegenfrage: „Habt ihr ein Problem?“ – „Nein!“ - Und tschüss. Der Komiker hielt es nicht mal für nötig, seinen Schaden in Augenschein zu nehmen. Degenerierter Inselaffe!

Ein Besuch im nächsten bekannten Outdoor-Laden zwecks Beschaffung von Ausrüstung für die neuen Teilnehmer geht fehl. Die haben zu. Deshalb verweist Gogo uns per Handy auf das Einkaufszentrum „Cols“, nahe dem Campingplatz. Von dem wissen wir ja, wo es zu finden ist. Kurz vor Erreichen des Campgrounds klinken wir (Toni, Schorsch, Anke und ich) uns mit dem zweiten Fahrzeug aus und fahren direkt zum Einkaufszentrum Cols. Dort gibt es ja auch die eine Taschenlampe oder das andere Messer für die neuen Teilnehmer. Nach drei Minuten, beim Eintreffen im Einkaufszentrum, klingelt bei Toni das Handy: „Wo bleibdna ihr – worum habdana denn nix gsachd – der Naje hod oogrufn Ich brauch sofod es audo – kumma, obba aweng flodd!“ Das bekannte Thema behandeln wir gelassen.

Toni bringt Sibylle und Axel zum Flughafen. Sie sind gleich nach uns hier angekommen, haben für diese Nacht eine Cabin neben uns gemietet und müssen am Airport ihr Mietauto zurückgeben.

Abends werden um 18:30 Uhr alle zum Essen da sein, auch der „Naje“. Es gibt Tafelspitz, zubereitet auf der Feldküche von Gogo. Der „Naje“ heißt übrigens Henner. Ein junger Typ im Alter von Stephan II, aber etwas  blutleer.

Nach dem Essen gibt es Formalitäten. Verzichtserklärungen der Teilnehmer, falls Gogo etwas falsch macht. Haftungsausschlussversicherung - aber nur wirksam, wenn man gar nichts falsch macht. Belehrungen, dass man grundsätzlich alles falsch macht usw. kurz um – zahlen müssen wir immer.

Die Tour hat begonnen. Danach kurzer Umtrunk und ab ins Bett, weil morgen Aufbruchshektik angesagt ist.


Montag 25.10.

Die Abfahrt klappt gut, nachdem eine größere Pack – Aktion stattgefunden hat. Ziel ist Cervantes am indischen Ozean. Die etwa 240 km haben wir bald heruntergespult. Axel weiß von einer neu gebauten Straße, die von Gin Gin aus am Great Northern Highway in Richtung Küste und dann direkt nach Cervantes führt. Wir fahren an Großen, schneeweißen Dünen vorbei und passieren die sogenannten Pinacles – vom Sand ausgewaschene Steinsäulen. Die werden wir zum Abendrot noch aufsuchen.

Sonst ist hier an Vegetation nichts Spektakuläres zu sehen. Einzig die Grasbäume, die bizarr und vielfältig geformt in der Steppe stehen. Gegen 14:00 Uhr erreichen wir Cervantes – ein kleines Kaff. Der Campingplatz ist nicht zu übersehen. Der heftige Wind hat sich mittlerweile fast zum Sturm entwickelt. Das Zeltbauen wird zum Abenteuer. Wir wechseln den Aufbauort und suchen uns im Schutz eines Gebäudes einen „windreduzierten“ Platz. Zu viert gelingt der Aufbau eines Zeltes recht und schlecht.

Gegen 16:30 Uhr machen wir uns auf zum Sightseeing. Zuerst geht es zu einem kleinen See, Lake Thetis, dort betrachten wir Stromatolithen ein Relikt aus der Urzeit. Es sind Kalksteingebilde, die aufgrund von Bakterienkolonien entstanden sind. Diese Bakterienkolonien, von denen es weltweit nur einen zweiten Standort gibt, sind die ältesten Lebewesen der Welt.

Dann geht es bei der untergehenden Sonne in die Pinacles. Der Drive-In führt uns an Tausende Standsteinsäulen, die vom Wind freigelegt worden sind. Die kleine Wüste ist ein paar Kilometer im Durchmesser. Der Sonnenuntergang ist grandios.

Auf der Rückfahrt werden Kängurubekanntschaften geschlossen. Henne bremst für eines, während Wolfgang von dem Gehopse eines anderen angefressen ist und diesem Prompt über den Schwanz fährt.

Zum Abendessen gibt es Gulasch, natürlich handmade by Gogo, den ich jetzt nicht mehr Stephan nenne, weil ja ein zweiter da ist. Gogo versucht mit „Psychoterror“ dem Henner zu vermitteln, sich brauchbare Endurostiefel zu kaufen und seine mitgebrachten Knobelbecher zu verschrotten. Ob das wohl gelingt? Vom Gulasch sind nur ein paar Löffel voll übrig geblieben. Gogo gibt einen Karton Rotwein aus, weil alles so gut gelaufen ist. Dann wird noch eine Weile Völkerverständigung aufgrund der pluralistischen Zusammensetzung betrieben. Die ethnischen Unterschiede sind enorm. Österreich / Schweiz / Südholland / Ostfranken / Westfranken (Nemberch) usw. sind vertreten.


Dienstag 26.10.

Etappenziel ist der Tudor CARAVAN-Park in Kalbarry. Der Weg führt uns zunächst nordöstlich zum Highway ① und von dort aus nördlich nach Enebba zum Tankstopp. Hier durchfahren wir eine Steppenlandschaft mit einer erstaunlichen Artenvielfalt an Stauden, Büschen und Bäumen. Die meisten Pflanzen blühen gerade, alle Farben sind zu sehen. Schon beim Tankstopp bedaure ich, dass ich nur einmal für Fotoaufnahmen stehen geblieben bin. Auf dem Weg über Dougara nach Geraldton, die ist die selbst ernannte „Hummer-Hauptstadt“ der Welt, nimmt die blühende Steppe ab und geht in mehr Getreideanbaugebiete über.

Kurz vor Geraldton streckt sich die Batterie von Sibylles Bike beim Fotostop am Leaning Tree. Der nachfolgende Servicetrupp hat den Austausch der Batterie zügig erledigt. In Geraldton, einer dem Anschein nach reichen Stadt mit großzügigen Grünanlagen und einer Kathedrale erfolgt mittags-Stopp. Hier kaufen Gogo und Toni Verpflegung ein. Die anderen haben sich irgendein Lokal zum Essen gesucht, während Michael und ich gleich nach Port Gregory fahren. Dort liegt ein See, der pinkfarbiges Wasser hat.

Auf der Weiterfahrt betrachten wir im Nationalpark Kalbarry tolle Steilküstenabschnitte zum indischen Ozean wie z. B. Shell House, Island Rock, Natural Bridge. Die Fotos sind spektakulär. Abends gegen 18:30 Uhr erreichen wir den Campingplatz – die anderen sind schon da.

Toni hat heute Geburtstag und es gibt guten Seefisch, anschließend traditionell italienischen Kuchen. Den hat der Toni selbst besorgt. Allerdings bekam er als Geschenk von uns ebenfalls einen Kuchen. Halt leider keinen italienischen, aber er hat diesen schnöden australischen Mampf wenigstens angenommen. Wenn auch mit einer typisch italienischen Spaghettifresser-Mine. Na ja – ethnische Unterschiede haben ihre Schwierigkeiten. Der Tag war erstmals knackig heiß (ca. 35°C) und es war trotzdem wieder windig. Am Straßenrand lagen mehrere Schlangen – jedoch waren die breiter als lang.


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Arno