eine Reise durch Australien

 

Motorradreise

vom 11.10.2010 bis 16.12.2010

Reisebericht aus Sicht eines
Teilnehmers

Von Ende bis Anfang!

Nachbereitung der einen und Vorbereitung der anderen Tour. Das gibt Arbeit….

Sonntag 14.11.

Die Luftfeuchtigkeit treibt uns schon um 7:00 Uhr den Schweiß aus allen Poren. Angesagt sind Arbeiten an den Autos, Reifenwechsel, Reinigen von Gerät.

Am Mittag um 13:30 Uhr verfrachten wir Sibylle, Axel, Michael und Ölfuß zum Flughafen. Annullierungen, wie es beim heutigen Flug (23:30 nach Melbourne mit der Thai Air) mit Anke gelaufen ist, sind nicht auf dem Plan. Die Schlitzaugen-Airlines sind zwar billig, aber scheinbar auch dem entsprechend zuverlässig.

Auf dem Rückweg kaufe ich noch mit dem sichtlich etwas angefressenen Gogo verschiedene Dinge ein. Unter anderem besorgen wir Camel-Steaks zum Abendessen.

Anmerkung:
Da passiert das Tragische, das Unheil, das Unfassbare! Gogo vergisst, für Anke „Giggerlasfleisch“ mitzunehmen – eine Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes!

Zum Essen ist auch Fred aus Adelaide eingeladen. Die Unterhaltung mit ihm ist eine angenehme und lustige Sache. Abends gibt es dann noch spendierten Gin (2. Flasche) von Indianer-Schorsch. Ab 20:00 Uhr gibt es einen einstündigen Tropenregen, wie es in der Wet-Season zwischen 16:00 und 21:00 Uhr üblich ist. Es duscht heftig!

Wir möchten WM-Endlauf im Fernsehen anschauen – leider ist kein Programm verfügbar, das anzusehen.



Montag 15.11.

Vettl ist Weltmeister und der Club hat gegen Bayern 0:3 verloren. Freud und Leid. Leid insbesondere für Toni. Heute gibt es Schmuddelarbeit. Die Mopeds müssen von der roten Patina befreit werden. In Anbetracht von 37°C und über 90% Luftfeuchtigkeit zerfließen wir dabei nahe zu. Die Schweißtropfen feuchten schon mal den Boden vor, bis kurz vor 16:00 Uhr, das Nass von weiter oben kommt. Bei der Fahrt zum Campingplatz wird es feucht, aber wir sind zufrieden, dass wir nicht in den Wolkenbruch geraten sind, der angesichts der Riesen-Wasserlachen vorher runtergegangen sein muss.

Abends gibt es Büffel-Bratwurst und Scampis vom Grill. Fred ist auch dabei, so wie Wolfgang, der beim Transfer von Henner zum Flughafen in Tonis Toyota mit aufgesprungen ist. Das war günstig, denn er hat die Spendierhose an und gibt die Scampis, die Salate und weiteren Lebensmittel aus. Er fährt gegen 21:00 Uhr beim Transfer von Anke zum Flughafen wieder mit in die Stadt.

Ich habe außerplanmäßig mit Fred einen Wodka getrunken, der in meinen üblichen Ernährungsplan so gar nicht hineinpasste. Deshalb findet Toni bei der Rückkunft vom Flughafen bzw. der Stadt eine indisponierte Person auf der Cabin-Terrasse vor. Mehr will ich dazu nicht schreiben. Nach Auskunft Tonis ist Ankes Flieger zwar diessesmal gestartet, jedoch mit einer Stunde Verspätung. Warum muss sie auch mit der Schlitzaugen-Airlines fliegen!


Dienstag 16.11

Der Franke als solcher sagt ja „Schedlweh is scheh“. Das kann ich nur bestätigen. Etwas verspätet – gegen Halbzehn geht die Reinigungsorgie an den Mopeds bei der Werkstatt von OBI (ein bekannter von GOGO, ein paar km vom Campingplatz entfernt) weiter. Zum Glück hatte Gogo vorher etwas anderes zu tun. Vormittags zwei – dann happa happa im Campground, bei gleichzeitigem Ölwechsel von zwei Mopeds. Dann nachmittags zwei Waschungen, die von einer Stunde zu früh eintreffenden Tropenregen um 15.00 Uhr jäh unterbrochen werden.

War das ein Duscher! Eine dreiviertel Stunde hat es runtergehauen – so wie es in der Bibel bei der Sintflut nachzulesen ist. Gogo steigen kurzfristig in Anbetracht der immensen Kolateral-Schäden nochmals die Tränen in die Augen.

Schaudermol dein Luftfilda oh! Hobby eich ned gsocht, dass der Abschdand‘ haldn solld aufder Grefl road? … Sodder, sabber, schluchz …

Nach dem Gewitter bauen wir die notwendigen Teile wieder an und machen Probefahrt. Unterwegs nehmen wir Kamel-T-Bone-Steaks mit und haben mit Fred Grillen vereinbart.


Mittwoch 17.11.

Es ist morgens um 7:00 Uhr schon brutal schwül. Gogo hat aufgrund verschiedene, organisatorische Probleme wenig geschlafen und schläft deshalb morgens noch mal ein. Da ist Zeit zum Wäschewaschen. Gegen 09:30 fahren wir zu OBI, um die Reinigungsutensilien hinzubringen. Gogo fängt derweil mit der Reinigung der letzten XT an, während Toni und ich schnell zu Fred (ganz in der Nähe von Obis Werkstatt) fahren. Wir helfen ihm, eine zentnerschwere Tischplatte auf seinem LKW zu verstauen. Dann machen wir die XT bei OBI noch mit sauber.

Schnell zurück zum Campground! Zu spät! Der Scheißregen hat bereits um 11:40 angefangen.

Dafür dauert das heftige Gewitter mit Blitzeinschlag und Stromausfall am Campingplatz über zwei Stunden.

Als es nach dem Brotzeitmachen immer noch regnet, fangen wir unter Gogos Vordach einfach an, die Motorräder flott zu machen. Gabel von Henner nach Schorsch, Motorschutz von Sibylle nach Axel, Luftfilter von Sibylle nach Arno … Alle Luftfilter wechseln bzw. reinigen, Ölwechsel. Jedes Teil wird benötigt und muss wieder Verwendung finden. Das zieht sich bis fast 20:00 Uhr hin.

Glücklicherweise hat der Regen die Luft heute etwas aufgefrischt. Fred ist wieder gekommen und geht mit uns zum Essen ins Bistro am Campingplatz. Gogo spendiert es. Es hat ja heute viel Schweiß vergossen werden müssen.

Gogo ist zufrieden, dass fast alles gut gelaufen ist. Die Sorgen mit seinem Landcruiser (Wasserpumpe/Kühler defekt) lassen jedoch nicht wirklich so fröhlich sein. Er hat 28.000 A$ für den „neuen alten“ Landcruiser hingelegt – die Reparatur am „alten, alten“ kostet ca. 3000 Dollar usw. Die Zahlung für die Tour vom Action Team, die am Montag beginnt, ist noch nicht eingegangen, weil eine Tussi bei „Motorrad“ – vermutlich eine Sekretärin, krank geworden ist. Immer wieder neuer Stress für Gogo.

Wie üblich sitzen Fred, Gogo, Toni und ich für einen Absacker unter unserem Vordach; es ist immer noch erträglich warm. Täglich leistet uns in den Abendstunden einer grüner Frosch Gesellschaft, der an der Aussenwand unserer Cabin auf- und abklettert.

Gegen 24:00 Uhr muss Toni Belinda (die Frau von Gogos Freund in Melbourne) vom Flieger abholen. Sie wird eine Woche hierbleiben und den Toyota ausleihen, den bisher Toni gefahren hat. Danach wird das Fahrzeug mit einem Road-Train nach Melbourne gebracht. Es ist bereits vertraglich an einen Deutschen verkauft, der damit über ein halbes Jahr durch Australien fahren möchte.


Donnerstag 18.11.

Wolkenloser Himmel um 6:30 Uhr. Vielleicht können wir heute die Wäsche von der Leine nehmen, die gestern eine zwangsläufige Weichspülung an der Leine erfahren hat. Ansonsten ist weiterhin Schrauben angesagt. Sibylles Motor kommt in das Moped von Ölfuß. Der Motor von Ölfuß wird verpackt. Er wird überholt. Die Reifen werden auf 30-33 PSI Druck gebracht. Seitenständer ersetzt bzw. ausgetauscht ein Ölwechsel steht noch aus. Zudem sind Sitzbänke/Seiten-teile/Heckteile zu befestigen. Das erlaubt keine Pause, denn wir wollen vor dem großen Regen fertig werden. Tatsächlich sind beide Motoren getauscht, bevor es zu regnen so richtig anfängt. Um 17:00 brummt der Motor im Moped von Ölfuß und hört sich auch nach gut dabei an. Fred kommt gegen halbsieben und bringt Würste zum Grillen sowie Salat mit. Belinda und ihre drei kleinen Töchter haben auch Würstchen an der Camp-Kitchen zubereitet.

Wir gehen jetzt nicht wie üblich zu unserer Terrasse, sondern bleiben gleich im Küchenbereich sitzen und nehmen Rotwein zu uns. Heute sind wir müde und gehen etwas eher schlafen.

Belinda hat heute das eine Auto von Gogo benutzt und sagt, dass es gut funktioniert. Belindas drei kleine, rothaarige Mädchen sind niedlich und sehr friedlich.


Freitag 19.11.

Es ist vormittags bewölkt und nicht ganz so heiß. Die Motorräder sind soweit fertig und brauchen nur noch mit Pflegemittel behandelt werden. Ich habe mich entschlossen, mit Gogo zur Stadt zu fahren. Während er Erledigungen für die neue Tour (ab durch die Mitte ab Sonntag) tätigt, besuche ich das Medical-Center in der Innenstadt, weil meine Schulterschmerzen insbesondere nachts, nicht aufhören wollen. Der untersuchende Arzt veranlasst u.a. eine Röntgenuntersuchung an rechtem Schultergelenk. Anhand der Bilder rät er, sofort mit dem Motorradfahren aufzuhören und bei der Rückkunft in Deutschland einen Orthopäden aufzusuchen. Offensichtlich ist ein Knorpel abgerissen. Die Untersuchung zieht sich bis 14:00 Uhr hin und hat somit 3½ Stunden in Anspruch genommen.

Gogo war derweil zurückgefahren, weshalb ich den Fred zwei Straßen weiter aufsuche. Er hat mit Toni seinen LKW mit Umzugsgut beladen und ist gerade fertig. Toni und ich fahren mit zum Standort des Lkws, ein Paar Straßen von OBI´S Werkstatt entfernt. Gogo holt uns ab und wir fahren zu OBI, der nun den Jeep, den Gogo immer fährt, repariert hat. Es waren Wasserpumpe und Kühler defekt. Kostenpunkt ca. 2000 $. Offenbar ein Freundschaftspreis, da Gogo ja einen „neuen Gebrauchten“ gekauft hat, den Toni in Zukunft fahren wird. Toni bringt das Fahrzeug zum 3½ km entfernten Campground, während Gogo und ich noch einkaufen gehen. Heute gibt es Schweinesteaks und Cevapcici aus Schaffleisch – lecker! Wie üblich besucht uns Fred am Campingplatz und isst mit uns. Den üblichen Wodka lässt er heute ausfallen; er muss sein Schwerlast-Gefährt morgen nach Adelaide, seinem Wohnort, schippern. Deshalb ist er auch gleich nach dem Essen abgehauen. Gogo ist sehr erfreut über den heutigen Zahlungseingang für die neue Tour – natürlich nimmt Dr. Gordon auch teil.

PS: Abends haben wir noch das defekte Moped verladen, Werkzeuge zusammengepackt, Auto gewaschen …


Samstag 20.11.

Der Tag beginnt mit frischem Wind und klarer Luft. Angenehm! Jedoch nicht sehr lange, dann ist es wieder schwül. Allerdings ein paar Grad weniger als die gestrigen 38! Kücheneinrichtung sortieren, Grundreinigen, Werkzeug reinigen/ einpacken. Reifen verladen, Zubehör verstauen, Mopeds wienern. Das dauert nochmals bis nachmittags 17:00 Uhr. Jetzt reicht’s. Es ist nicht mehr viel zu tun.

Zwischendurch, schlachten wir eine Kokosnuss, die gestern beinahe Toni bzw. Gogo auf den Kopf gefallen wäre.

Die meisten Sachen können wir noch aufräumen, sortieren und ordnen, bevor wir um 19:00 Uhr zur Fisherman's Wharf zum Abendessen fahren. Gogo hat uns beim Schlitzaugen dazu eingeladen. Es gibt hauptsächlich Seafood-Platte. Ich gönne mir jedoch ein Rumpsteak mit 700 g, das butterweich ist und mich begeistert. Es ist preiswerter, als die Seafodplatten von GOGO und TONI.

Arno